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Feb 06

Warum einen Permakultur Design Kurs besuchen?

Bill Mollison , der Vater der Permakultur, sagte einst „ Wenn Sie nur eine Sache machen können, sammeln Sie Regenwasser.“  Wenn Sie schon angefangen haben Regenwasser zu sammeln, ist es an der Zeit einen Permakultur Design Kurs zu besuchen und die Zusammenhängen der 3 Grundsätze, Sorge für die Erde (Earth Care) Sorge für die Menschen (People Care) Begrenze Konsum & verteile Überschüsse (Fair Share), kennenzulernen.
Oft lese ich das Leute sagen „Ich möchte einen Permakulturgarten!“, aber was ist denn eigentlich ein Permakultur?
„In der Permakultur versuchen wir eine Umgebung zu schaffen, die sich selbst erhält und in Harmonie mit den umgebenden Ökosystemen arbeitet“.
Das heißt, dass der Markt- oder Waldgarten nur ein kleiner Teil der Permakultur sind und in sich selber sehr komplexe Systeme sind. Was viele vergessen ist, dass 2 der 3 Grundsätze sich auf das soziale Leben beziehen. Nicht nur das menschliche, sondern alle Lebewesen. Die Permakultur sagt das 40% des Ertrags für die Wildtiere ist und das ist auch gut so. Ohne Baktieren, Insekten oder Vögel würden auch wir keinen Ertrag erzielen, aber wenn wir uns für die Umgebung sorgen werden wir reich beschenkt. Im Design Kurs lernen wir Stickstoffbinder, Vogelnährhölzer oder multifunktionale Lebewesen kennen.
Wenn Leute von einer „Pest“ sprechen, schauen wir uns das „Problem“ an, lernen von der Natur und imitieren diese. Kennen Sie z.b. das Problem mit leeren Nüssen? Zumeist ist hier der Haselnussbohrer am Werk und wie können wir diesen auf natürliche Weise regulieren? Richtig, mit Hühnern! Wir lassen die Hühner von März bis Ende Mai unter den Nussbäumen oder -sträuchern laufen, diese fressen sich satt an den Larven und beschenken uns mit Eiern, Federn oder Fleisch. Aus dem „Problem“ wurde ein erfreulicher Ertrag.
Das ist nur ein Beispiel von vielen und zeigt wie man mit „Problemen“ in der Permakultur umgeht. „Das Problem ist die Lösung.“
Der Permakultur Design Kurs ist nur ein Grundgerüst, was man daraus macht ist jedem selbst überlassen und natürlich auch von Region zu Region verschieden.
Ich bin auch von der Mischkultur zur Permakultur gekommen, als ich etwas gesucht habe um der Natur und den Menschen zu helfen. Auf meiner letzten Reise, als ich Australien zu Fuss durchquert habe, ist mir besonders die soziale Ungerechtigkeit aufgefallen. Die Menschen in Küstennähe leben ein exzessives Leben und die Menschen im Inland bezahlen horrende Summen für Trinkwasser.
Ich habe viel Zeit mit meinem Zelt in den Urwäldern von Australien, Neuseeland und Tasmanien verbracht und wenn ich daran denke das die Permakultur in diesen Wäldern entstanden ist, habe ich ein Bild von geordnetem Chaos vor Augen. Auch das sich die Wälder selber regulieren. Z.b. bin ich Tage- Wochenlang durch den Südwesten in Tasmanien gelaufen, welcher ein paar Monate vorher die schwersten Buschbrände seit den Aufzeichnungen hatte. Es sah zerstörerisch aus und ich sah wie ein Schornsteinfeger aus, aber was mich positiv überrascht hat, das die Bäume schon wieder angefangen haben zu spriessen. Leben ist ein Geben und Nehmen.
Genau das ist was mich so an der Permakultur fasziniert und weshalb ich nach meinem Australienaufenthalt einen PDK gemacht habe.
Das Gärtnern habe ich großteils von meiner Oma gelernt, die zwar keine Ahnung von Mischkultur hat, aber trotzdem viele Elemente in Ihrem Garten hat. Ich bin immer wieder begeistert wie sich eine 87 Jährige auf die neue Gartensaison freut und die Begeisterung ist schon lange auf mich übergeschwappt. Letzter Jahr hatte ich das erste einen Teil des Gartens „ungeordnet“ angesät und meine Oma meinte nur „ So schlimm hat der Garten noch nie ausgesehen“. Es bringt mich immer noch zum schmunzeln und ich denke gerne daran zurück. Ich habe viele Fehler gemacht und auch das ist gut. Aus Fehlern lernt man. Ich hatte das Glück auf einem Bauernhof groß zu werden, viele Fehler der Landwirtschaft kennen zur lernen und zu experimentieren. Ich bin zwar den Umweg über ein Studium der Internationalen
Betriebswirtschaft gegangen, aber ich denke jetzt komme ich zurück zu meinem Wurzeln und der Selbstversorung.
 Vor ein paar Monaten habe ich einen kleine Alm mit 2 Hektar Garten im Garda Nationalpark (Italien) gekauft und baue mir gerade einen Permakulturhof auf.  Für mich ist es wichtig etwas zurückzugeben und nicht meinen Profit aus der Sache zu ziehen. Zudem liegt der Hof im Natura 2000 Schutzprogramm der EU, welches das größte Schutzprogramm zur Erhaltung der Natur weltweit ist. Z.b. öffne ich im Sommer das Gästehaus und biete Speisen, Pflanzen, Bäume usw. Gegen Spende an. Jeden Überschuss wiederum investiere ich in lokale Projekte zur Erhaltung der Natur. Die Menschen sollen die Chance bekommen die Umwelt  und einen nachhaltigen Lebensstil wirklich kennenzulernen.
Seeds for Sustainability hat mir bei meinem Kurs sehr viel geholfen und ich bin super glücklich das ich jetzt etwas zurückgeben kann und den deutschen Kurs betreue.
Ein Kurs bei Seeds ist nicht nur stupides lernen der Kursinhalte, sondern viel mehr. Wie gesagt, komme ich eher von der „normalen“ kleinen Landwirtschaft und bin somit praktisch veranlagt. Was ich auch sehr wichtig finde in dem Kurs an die Studenten weiterzugeben. Deshalb habe ich vor einigen Monaten eingeführt das wir eine  wöchentliche Diskussionsrunde mit allen Studenten haben. An diesen Montagen sprechen und diskutieren wir über praktische Sachen wie Windschutz, besondere Pflanzen oder vieles mehr. Niemand ist allwissend und jeder kann etwas von dem Schwarmwissen lernen. Was ich noch toll finde, ist das alle in verschieden Ländern leben oder Projekte haben. Etwas was in Norwegen funktioniert, kann in Portugal ganz anders ein.
Zudem haben wir seit Anfang des Jahres einmal die Woche eine Aufgaben- und Designbesprechung, was jedem die Chance gibt sein Projekt vorzustellen und ein Feedback von den anderen zu bekommen. Dieser Weg kann Türen öffnen, von denen man vielleicht noch nicht mal etwas wusste.
Permakultur ist nicht eine Art der Landwirtschaft, sondern eine Lebenseinstellung.

 

Teddy Metzler

  • Permakultur Designer
  • Tutor
  • Unternehmer und Farmer
Bei Seeds For Sustainability engagieren wir uns für regeneratives Design, sowohl in der Wirtschaft als auch auf dem Land. Wir wollen die Samen säen, die dabei helfen, Gesellschaften, Menschen und den Planeten gleichzeitig zu regenerieren. Unsere Mission ist es, regenerative Lösungen für eine nachhaltige und gesunde Gesellschaft bereitzustellen.
Wenn Sie mehr wissen möchten oder wissen möchten, wie Sie ein regeneratives Design in Ihrem Zuhause, Ihrem Projekt oder Ihrem Unternehmen implementieren können, zögern Sie nicht, sich an unser Consulting Team zu wenden.

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